Schiffsfonds

Diverse Schiffsfonds entwickeln sich zu Pleitekandidaten. Viele Verbraucher aus Schleswig-Holstein fürchten deshalb, dass die Gläubiger des eigenen Schiffsfonds auch auf das Privatvermögen zugreifen werden.

Ob diese Angst begründet ist oder nicht, lässt sich selbst für Fachleute meist nicht auf den ersten Blick feststellen.

 

Eigentlich wären die meisten Verbraucher nie selbst auf die Idee gekommen, in Schiffe zu investieren. Sie sind der Empfehlung der Bank oder des Anlageberaters gefolgt und haben sich an Schiffsgesellschaften beteiligt. So erwarben sie in der Regel als Kommanditisten Anteile einer Schiffsgesellschaft und haben meist tatsächlich ein paar Jahre lang großzügige Ausschüttungen erhalten.

Doch spätestens mit Beginn der Finanzkrise ab dem Jahr 2007 liegt so manches fondsfinanzierte Schiff sprichwörtlich auf dem Trockenen. Seit Jahresbeginn 2013 erhalten nun viele Fondsinhaber Post mit bedrohlichen Nachrichten. Die Fondsanbieter – auch Initiatoren oder Emissionshaus genannt – warnen davor, dass die Flotte kurz vor der Pleite steht, langfristige Charterverträge sich nicht vermitteln lassen oder Banken mit der Kündigung der Kredite drohen.

Abhilfe gegen ein Aus und den damit verbundenen Totalverlust der investierten Summe versprechen dabei nur Nachschüsse, also weitere Einzahlungen in den Fonds oder die Rückzahlung von Gewinnausschüttungen der Vorjahre. Auch wird immer wieder damit gedroht, dass im Falle einer Pleite auf das Privatvermögen der Anteilsinhaber zugegriffen werden könne.

 

Daran, dass so eine Finanzspritze tatsächlich dem Fonds hilft und für eine dauerhafte finanzielle Erholung sorgt. Wegen der Überkapazitäten und sinkenden Charterraten werden sich nur wenige der angeschlagenen Fonds erholen.

Leider sind die meisten Anleger mit der Entscheidung überfordert, ob sie weiteres Geld in den Fonds einzahlen. Wenn die Schreiben dann auch noch Drohungen mit rechtlichen Konsequenzen beinhalten, überweisen viele bereitwillig an den Fonds und verlieren damit ggf. weiteres Geld.

 

Wer die Berichte und Beschlussvorlagen des eigenen Fonds nicht nachvollziehen kann, erhält unabhängigen Rat zu diesen komplexen wirtschaftlichen und juristischen Themen bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V.

 

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

Quelle:VBZ SH

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